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    <title>Gespielt on Nebenquest</title>
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    <description>Recent content in Gespielt on Nebenquest</description>
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      <title>Planet of Lana</title>
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      <pubDate>Sat, 02 May 2026 09:53:00 +0100</pubDate>
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      <description>&lt;p&gt;An manchen Tagen hat man Lust auf eine spezielle Art von Videospiel, zumindest ist das bei mir in den letzten Jahren immer öfter der Fall. Und diese Art wird für mich nicht mehr von Hype-Phasen oder 100+ Stunden Inhalt bestimmt. Immer öfter das Gegenteil eigentlich. Bei mir sind es die Videospiele, die kurz sind, mich für ein bis drei Abende mitnehmen und auch keinen unnötigen Frust auslösen. Das Genre ist egal, solange es für mich funktioniert. &lt;em&gt;Planet of Lana&lt;/em&gt; hat bei mir funktioniert und die Frage, die ich mir während des Abspanns gestellt habe: Warum eigentlich?&lt;/p&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>An manchen Tagen hat man Lust auf eine spezielle Art von Videospiel, zumindest ist das bei mir in den letzten Jahren immer öfter der Fall. Und diese Art wird für mich nicht mehr von Hype-Phasen oder 100+ Stunden Inhalt bestimmt. Immer öfter das Gegenteil eigentlich. Bei mir sind es die Videospiele, die kurz sind, mich für ein bis drei Abende mitnehmen und auch keinen unnötigen Frust auslösen. Das Genre ist egal, solange es für mich funktioniert. <em>Planet of Lana</em> hat bei mir funktioniert und die Frage, die ich mir während des Abspanns gestellt habe: Warum eigentlich?</p>
<h2 id="cinematic-platformer">Cinematic Platformer</h2>
<p>Meiner Meinung nach wird das Warum dadurch erklärt, dass <em>Planet of Lana</em> ein verdammt guter Cinematic Platformer ist. Der Begriff definiert jedoch nicht die Mechaniken, sondern die Darstellung, das Tempo und das, was man beim Spielen empfindet. Vereinfacht gesagt, eine primär filmische Präsentation, bewusste Kameraperspektiven mit dazu passender Bildkomposition und das Erleben von Sequenzen als Taktgeber für die Geschichte. Die Mechaniken geraten in den Hintergrund, alles wirkt choreografiert, sodass Spiel und Inszenierung ineinandergreifen und sich niemals gegenseitig ausbremsen. Betrachte ich die Grundelemente dieser Beschreibung bei <em>Planet of Lana</em>, erklärt es das Funktionieren für mich gut.</p>
<h2 id="schritt-für-schritt">Schritt für Schritt</h2>
<p>Die von den Entwicklern gewählte seitliche 2D-Perspektive ist mehr als nur eine technische Entscheidung. Der gezeigte Bildausschnitt rahmt die Spielfigur bewusst und ruhig ein, kein unnötiges hektisches Verfolgen des Spielers. Vordergrund und Hintergrund sind klar getrennt und bringen die minimal wirkende, aber bei genauerem Hinsehen doch detaillierte Spielwelt voll zur Geltung. Nicht bewusst durch das Lenken der Aufmerksamkeit darauf, sondern einfach durch die Tatsache, dass die Welt so ist, wie sie ist.</p>
<p>Genau in dieser stimmigen Welt befinde ich mich, ohne am Anfang zu verstehen, weshalb überhaupt. Ich bewege die Spielfigur nach rechts und links und wechsle dabei nicht das Rätsel, den Abschnitt oder Level, sondern komme zur nächsten Szene, fließend und ohne harte Schnitte. Die Szenen erzählen dabei die Geschichte, aber nicht in Worten. <em>Planet of Lana</em> hat weder erklärende Texte noch inhaltliche Dialoge, die Erzählung passiert über Bewegung. Die Bewegung der Welt, durch den am Bildschirm gerahmten Ausschnitt, der eigenen Spielfigur, Körpersprache und das Zusammenspiel dem zeitweisen Begleiter. Es ist das klassische Prinzip guter Filme: Show, don’t tell.</p>
<p>Gleichzeitig folgt das Tempo der Stimmung, nicht der Herausforderung. <em>Planet of Lana</em> verlangt vom Spieler keine pixelgenaue Präzision und setzt auch nicht unter Druck. Die Vermeidung von Frust ist kein Zufall, sondern fühlt sich nach einer bewussten Entscheidung der Entwickler an. Sehr stark merkt man dies beim Tempo, denn Eile ist zum Beispiel nie nötig. Das Spieltempo richtet sich konsequent an der für die Szene benötigten Atmosphäre und der dramaturgischen Relevanz aus. Das fühlt sich oft ungewohnt langsam an, hilft aber, die Inszenierung zu stärken. Wie? Die kontrollierte Langsamkeit sorgt dafür, dass die Stimmung nicht durch spielerische Hürden gebrochen wird. Es gilt, den Moment zu erleben und nicht die Abfolge von Sprüngen auswendig zu lernen und drölfzehn Mal zu scheitern. Der Fokus liegt darauf, der Geschichte zu folgen und nicht primär ein Videospiel zu spielen. Und dies ist nicht falsch zu verstehen, <em>Planet of Lana</em> hat genügend Spielelemente und Mechaniken, mit denen laufend der Spieler überrascht und auch zumindest leicht gefordert wird. Aber schlichtweg nicht mit dem Fokus auf das Spielen.</p>
<h2 id="eindrücke">Eindrücke</h2>
<p>Eine der bleibenden Erinnerungen waren die spielerisch stets neuen Spielmechaniken in jeder Sequenz. Man lernt etwas, die nächste Sequenz baut darauf auf, es wird erweitert und es rückt dann wieder in den Hintergrund. Denn die nächste Szene benötigt etwas Neues, etwas Anderes und immer, wenn man denkt, dass man alle Varianten verstanden und erkannt hat, kommt ein unerwarteter spielmechanischer Kniff. Das macht Lust auf mehr. Es ist stetig etwas Neues, ohne das Alte abzulegen oder unnötig zu wiederholen. Eine ungewohnte Dynamik bei bewusst langsamem Tempo.</p>
<p>Beindruckt hat mich ebenso die Interaktion der Spielfigur mit dem Begleiter. Zu Beginn war der Begleiter rein eine Spielmechanik und Erweiterung der Interaktionsmöglichkeiten. Rasch wurde daraus jedoch ein eigenständiger Charakter, welche in Beziehung mit einem selbst steht. Non-verbal wird kommuniziert und mittendrin realisiert man als Spieler, welche Bindung man eigentlich in den Spielstunden aufgebaut hat. <em>Planet of Lana</em> hat mich hier emotional getroffen, denn die Beziehung fühlt sich echt an, ohne mit offensichtlichen Tricks darauf hinzuarbeiten. Es sind zwei inhaltlich unterschiedliche und unabhängige Stränge, die hier funktionieren und erzählen: Die Spielwelt, die primär zeigt und man als Spieler ohne direkten Einfluss erlebt. Der zweite Strang ist die Beziehung mit dem Begleiter, parallel losgelöst von der Spielwelt und unbewusst sich intensivierend mit jeder Szene. Der Twist hierbei, im Verlauf des Spiels haben diese beiden Stränge immer wieder Berührungspunkte, bis sie im letzten Drittel aufs Brutalste kollidieren.</p>
<h2 id="fazit">Fazit</h2>
<p>Nach drei Abenden und nur zwei kleinen und kurzen persönlichen spielmechanischen Frustmomenten schaute ich den Abspann von <em>Planet of Lana</em> mit folgenden Gefühlen: Mitgenommen von der Geschichte, emotional aufgewühlt vom Erlebten, traurig weil es schon vorbei ist und begeistert von dem, was gerade mit sowie in mir passiert. Das Fazit in Klartext, falls es der Text nicht klar vermittelt: Kaufen, erleben und begeistert sein.</p>
<p><a href="https://www.planetoflana.com/pol1"><em>Planet of Lana</em></a> <em>ist das Erstlingswerk der schwedische Entwickler</em> <a href="http://www.wishfullystudios.com/"><em>Wishfully Studios</em></a> <em>und auf den üblichen Plattformen verfügbar (</em><a href="https://store.steampowered.com/app/1608230/Planet_of_Lana/"><em>Steam</em></a><em>,</em> <a href="https://store.steampowered.com/app/1608230/Planet_of_Lana/"><em>Xbox Store</em></a><em>,</em> <a href="https://store.playstation.com/concept/10009541"><em>Nintendo Store</em></a> <em>und</em> <a href="https://store.playstation.com/concept/10009541"><em>PlayStation Store</em></a><em>). Ich habe am Steam Deck gespielt und Bilder von meinem Abenteuer finden sich bei</em> <a href="https://steamcommunity.com/id/Weidhas/screenshots/?appid=1608230&amp;sort=score&amp;view=imagewall"><em>meinen Steam-Inhalten</em></a><em>.</em></p>
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